Experteninterview

Corona-Prävention: Keine Gottesdienste!


Aufgrund der aktuellen Coronaviruslage haben wir die Kirchengemeinde St. Ursula in Offenburg und die katholische Kirchengemeinde in Achern um eine Stellungnahme gebeten und wollten wissen, wie sie mit den zeitnah anstehenden Hochzeitsterminen umgehen. Pfarrer Joachim Giesler der katholischen Seelsorgeeinheit Achern und Herr Thomas Schwarz (Kooperator in Abstimmung mit Herrn Dekan und Pfarrer Matthias Bürkle) der katholischen Seelsorgeeinheit Offenburg geben einen kurzen Überblick, wie die jeweiligen Kirchengemeinden die Situation bewerkstelligen und was zu beachten ist.

Wie handhabt die Kirchengemeinde die Terminierung für die Hochzeiten die, die nächsten Wochenenden anstehen?

Joachim Giesler (Achern):
„Prinzipiell haben wir alle Gottesdienste bis zum 19. April abgesagt. In diesem Zeitraum war eine Trauung vorgesehen, die das Brautpaar aber gestern (17.03.2020) abgesagt hat. Auch haben schon weitere Brautpaare ihre Trauung im Mai abgesagt.“

Thomas Schwarz (Offenburg): „Wir haben glücklicherweise in den nächsten Tagen (noch) keine Hochzeiten im Kalender. Ich selbst bin erst im Mai als Assistenz bei der Trauung eingefordert; Dekan Bürkle ebenfalls. Daher können wir gespannt, aber ruhig, abwarten, welche Entscheidungen noch von den staatlichen und kirchlichen Stellen getroffen werden. Da haben sich ja in den vergangenen Tagen und Stunden die Ereignisse überschlagen und wir wurden selbst von vielen Neuigkeiten und Vorgaben überraschend und verändernd getroffen.“

Was raten Sie den Brautpaaren in der momentanen Situation, was die Terminierung/Verschiebung ihrer Trauung angeht?

Joachim Giesler (Achern):
„Von unserer Seite sagen wir zum jetzigen Zeitpunkt keine Trauungen nach dem 19. April ab. Wie sich die Situation entwickelt, können wir aber nicht sagen. Wir empfehlen den Brautpaaren, sich auch mit den Veranstaltern des Festes im Anschluss in Verbindung zu setzen. Denn die Verlegung eines Gottesdienstes ist keine große Schwierigkeit – der Rest des Festes aber schon.“

Thomas Schwarz (Offenburg): „Sicher ist es möglich, wenn die Gesellschaft 50 Personen (Regierungspräsidium Freiburg) nicht übersteigt kirchlich sich das „Ja-Wort“ zu sagen. Es wird appelliert an die Verantwortung der Teilnehmer, wenn gesundheitliche Probleme da sind, nicht an der Hochzeit teilzunehmen. Das sagt ja auch in regulären Zeiten der Verstand. Wobei sich das ‚Hochzeitsfieber‘ beim Brautpaar und den Gästen ja nicht in Grad Celsius (°C) messen lässt, nach meiner langjährigen Erfahrung schon immer vorhanden war und oft über die Feier hinaus anhält!“

Wird eine Hochzeit unter bestimmten Bedingungen/Einschränkungen z.B. Personenanzahl derzeit durchgeführt?

Joachim Giesler (Achern):
Laut Anweisung des Erzbischofs vom 17.03.2020 soll momentan auf eine Verschiebung der Hochzeit hingearbeitet werden, allerdings ist wohl ausnahmsweise eine Trauung im engsten Familienkreis und unter den vom Gesundheitsamt empfohlenen Schutzvorkehrungen möglich. Soweit zum Stand der Dinge. Allerdings haben die letzten Tage gezeigt, dass das was heute gilt morgen schon wieder ganz anders sein kann. Also alles unter Vorbehalt.

Thomas Schwarz (Offenburg): „Es gilt immer die aktuelle Beschränkung, die von Regierungspräsidium, Landratsamt und erzbischöflichen Ordinariat (Ortsordinarius) festgelegt wurden.“

Wir bedanken uns herzlich bei Herrn Giesler und Herrn Schwarz für die rasche Rückmeldung und Teilnahme an unserem Interview.

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